Zahlungen ins Ausland

Es kann vorkommen, dass Händler und Anbieter einmal nicht in Deutschland ansässig sind, sondern im Ausland. Auch in diesen Fällen ist es möglich, per Überweisung zu bezahlen. Je nachdem, wo das Geld hingehen soll, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die von den Banken angeboten werden. Da auch für das gleiche Ziel verschiedene Möglichkeiten mit unterschiedlichen Kosten zur Verfügung stehen, wollen wir hier einmal kurz auf die üblichen Verfahren eingehen.

Zahlungen ins europäische Ausland

Für den Euro Raum sowie alle andere EU-Länder, Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz steht die sogenannte SEPA Überweisung zur Verfügung. Wie diese funktioniert haben wir hier ausführlich beschrieben. Es wird vom Empfänger anstelle der Kontonummer die IBAN (die internationale Kontonummer) sowie der BIC-/SWIFT Code benötigt (die internationale Bankleitzahl). Der große Vorteil der SEPA Überweisung gegenüber anderen Möglichkeiten liegt darin begründet, dass diese Art der internationalen Zahlung sehr schnell von statten geht: Eine SEPA Überweisung ins Ausland darf nicht länger dauern als eine Inlandsüberweisung, mit anderen Worten maximal drei Tage. Auch der Preis darf nicht höher sein, als bei einer normalen Überweisung. Grund dieser Regelung ist die geplante Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs innerhalb Europas. Es kann dennoch vorkommen, dass die Bank des Empfängers für die Gutschrift eigene Kosten erhebt. Dies hängt ab von dem Land des Empfängers und dem Preisverzeichnis der Empfängerbank. Ein Nachteil ist zudem, dass SEPA Überweisungen ausschließlich auf Euro lauten können. Möchte man also in Großbritannien eine Überweisung in Britischen Pfund tätigen, dann geht dies nicht mit der SEPA Überweisung – das heißt, es geht schon, aber eben nicht exakt. Im Zweifelsfall müsste passend zum aktuellen Wechselkurs eine bestimmte Eurosumme geschickt werden, wobei man nicht sicher sein kann, dass sich der Kurs während der Dauer der Überweisung nicht verändert und man somit unter Umständen zu wenig Geld überwiesen hat.

Internationale Zahlungen ins außereuropäische Ausland

Für den Fall, dass eine exakte Summe in Fremdwährung überwiesen werden muss oder aber der Empfänger außerhalb des oben genannten SEPA Raumes liegt, kann die SEPA Überweisung nicht verwendet werden, sondern es muss ein Zahlungsauftrag im Außenwirtschaftsverkehr in Auftrag gegeben werden. Das Formular hierzu ist deutlich größer und umfasst mehr Angaben. Natürlich sind die Kosten, die hier entstehen, in aller Regel deutlich höher, als für die SEPA Überweisung. Anders als bei der SEPA Überweisung kann jedoch vereinbart werden, wie die Kosten geteilt werden bzw. wer diese trägt. So ist es möglich, entweder dem Empfänger die gesamten Kosten aufzubürden, oder aber dem Überweisenden oder alternativ kann auch jeder die Kosten übernehmen, die bei der eigenen Bank anfallen. Dies sollte zur Sicherheit vorab geklärt werden, damit es nicht zu Missverständnissen kommen kann. Die Dauer, bis das Geld beim Empfänger ankommt, kann je nach Zielort stark variieren. Innerhalb Europas, nach Nordamerika oder Australien gehen die Zahlungen in aller Regel sehr schnell und sollten nach 5 Tagen angekommen Sein. Für Osteuropa, Südamerika, Afrika oder Asien muss man schon ein wenig mehr Zeit einplanen, hier kann es durchaus sein, dass man 20 Tage warten muss, bis der Empfänger sein Geld erhält.

Wichtige Information

Bei Auslandszahlungen über 12.500 Euro muss zwingend die Bundesbank informiert werden. Dies hängt nicht davon ab, ob der Empfänger inner- oder außerhalb der EU ansässig ist und ob die Überweisung auf Euro oder auf eine andere Währung lautet. Genauer gesagt ist es nicht die Auslandsüberweisung an sich, sondern die Tatsache, dass eine Zahlung von einem Gebietsansässigen an einen Gebietsfremden erfolgt. Diese Daten werden von der Bundesbank benötigt, um die Zahlungsbilanz zu erstellen. Bei der Nutzung der Angaben ist die BuBa zur Geheimhaltung verpflichtet. Für genauere Informationen zu diesem Thema verweisen wir jedoch auf die Homepage der Deutschen Bundesbank.

Schreibe einen Kommentar