SEPA Zahlungen

Was ist eigentlich SEPA, das man seit einigen Jahren immer mal wieder durch die Medien geistern hört? Nun, SEPA steht für Single Euro Payments Area, also Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum. Unter diesem Begriff wird die Schaffung eines einheitlichen Raumes für den Zahlungsverkehr in ganz Europa verstanden. Durch diese Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs soll die Fehlerquote bei grenzüberschreitenden Zahlungen deutlich reduziert werden, da nun keine Kenntnis der dortigen nationalen Verfahren von Nöten ist. Dank des europaweit gleichen Systems entstehen weniger Fehler und die Kosten sollen mittelfristig sinken.

Die SEPA Überweisung

Bis vor dem 1.1.2008 gab es für den grenzüberschreitenden Überweisungsverkehr innerhalb der EU noch die sogenannte EU Standardüberweisung. Diese wurde durch die SEPA Überweisung abgelöst. Der große Unterschied besteht darin, dass die vormalige Betragsobergrenze von 50.000 Euro wegfällt und nun Transfers in unbeschränkter Höhe möglich sind. Hinzu kommt, dass die Dauer der Überweisungen normiert wurden. Unabhängig von den beteiligten Ländern soll die Überweisung binnen drei Tagen abgeschlossen sein, so dass der Empfänger volle Verfügungsgewalt über die eingegangene Zahlung hat. Auch in Bezug auf die Kosten gilt nun, dass eine „normale“ Überweisung innerhalb Deutschlands nicht günstiger sein darf, als die SEPA Überweisung ins Ausland (bzw. diese nicht teurer). Neben der SEPA Überweisung soll mittelfristig der gesamte Zahlungsverkehr auf europäische Standards umgestellt werden, es gibt dann also auch europäische Lastschriften.

Der Unterschied zur „normalen“ Überweisung

Für SEPA Zahlungen wird nicht wie es bislang üblich war, nur die Kontonummer und die Bankleitzahl benötigt. Dies sind beides nationale deutsche Regelungen. Für SEPA Überweisungen benötigt man die IBAN des Empfängers, dies ist quasi die internationale Kontonummer. Zusätzlich wird der BIC bzw. SWIFT-Code der Bank benötigt, also die internationale Bankleitzahl. So viel ändert sich also nicht, nur die Nummern sind dann andere.

Das Leiden der Deutschen Bankkunden

Wie schon oben beschrieben, soll mittelfristig der gesamte Zahlungsverkehr auf europäische Standrads umgestellt werden. Dies bedeutet, dass die ehemaligen nationalen Zahlungsverkehrssysteme dann nicht mehr genutzt werden. Die gute alte Überweisung wird es damit nicht mehr geben. Damit müssen auch für innerdeutsche Überweisungen die internationalen Standrads verwendet werden. Man muss also statt der Kontonummer und Bankleitzahl dann auch im innerdeutschen Zahlungsverkehr IBAN und BIC/SWIFT verwenden. Dies hat bei deutschen Bankkunden für einige Unsicherheit gesorgt, da insbesondere die IBAN deutlich länger ist als die alte Kontonummer. Ganz so schlimm ist das aber nicht: Die besteht aus dem Länderkürzel (bei Deutschland ist es DE), zwei Prüfziffern, der Bankleitzahl und der alten Kontonummer. Neu ist also eigentlich nur die zweistellige Prüfziffer, die man sich für seine eigene IBAN merken muss. Überweist man an jemand anderen, muss man natürlich noch ein zweites Mal hinschauen, ob die Daten stimmen und das Risiko, sich bei der 22-stelligen IBAN zu verschreiben, deutlich größer ist, doch einmal mehr kontrollieren sollte helfen.

Wann ist es so weit?

Eigentlich sollte es schon in knapp einem Jahr, im Februar 2014 so weit sein. Doch wird vom Bundestag derzeit eine Verlängerung der Übergangszeiten für Privatkunden geplant. So soll es noch bis zum 1. Februar 2016 möglich sein, mit der alten Kontonummer und Bankleitzahl innerhalb Deutschlands den Zahlungsverkehr abzuwickeln. Ebenso soll das als ELV bekannte Elektronische Lastschriftverfahren, bei dem der Verkäufer die Kontodaten nutzt, um eine Einzugsermächtigung zu erstellen, die dann vom Käufer unterschrieben werden muss (also das Verfahren ohne Eingabe der PIN), ebenfalls noch bis zu diesem Datum verwendet werden können. Die Widerstände waren insbesondere auf deutscher Seite groß: 22 statt bislang max. 10-stellige Kontonummern sorgten für einigen Wirbel. Doch wenn man sich die Details einmal genauer anschaut, ist das gar nicht so schlimm. So groß sind die Veränderungen nicht. Unter Berücksichtigung der vielen Vorteile, die durch den einheitlichen Zahlungsverkehr innerhalb Europas entstehen, scheinen die Nachteile akzeptabel.

Ein Gedanke zu „SEPA Zahlungen“

Schreibe einen Kommentar