Zahlung per Lastschrift

Bei der Zahlung per Lastschrift wird im Gegensatz zu den meisten anderen hier vorgestellten Zahlungsmethoden nicht der Zahlungspflichtige, sondern der Zahlungsempfänger aktiv. Der Verkäufer erteilt seiner Bank den Auftrag, vom (Giro-) Konto des Käufers den entsprechenden Betrag abzubuchen und sich selbst gutzuschreiben.

Die Funktion

In der Praxis kommt insbesondere bei Privatkunden häufig nur ein Verfahren vor, doch der Vollständigkeit halber führen wir hier beide auf. Das weniger verbreitete Verfahren ist die Lastschrift mit Abbuchungsauftrag. Hierbei muss der Zahlungspflichtige seiner Bank explizit mitteilen, dass der Zahlungsempfänger das Recht hat, vom Konto abzubuchen. Da dies insbesondere bei Einmalzahlungen wenig praktikabel ist und die Banken auch vor sehr große Verwaltungsaufgaben stellen würde, wird im Allgemeinen unter einer Lastschrift immer das Verfahren mit Einzugsermächtigung verstanden. Hierbei gibt der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger die Erlaubnis, einen bestimmten Betrag von seinem Konto abzubuchen. Dies wird von Banken nicht geprüft, sondern direkt ausgeführt. Während es früher noch möglich war eine Einzugsermächtigung auch mündlich zu erteilen, wird dies heute normalerweise nicht mehr akzeptiert. Dies soll Missbrauch Vorbeugen, der in der jüngeren Vergangenheit immer häufiger stattgefunden hat.

Missbrauchsgefahren

Wählt man im Internet die Zahlungsmethode Lastschrift, muss man seine Kontodaten angeben, damit der Zahlungsempfänger abbuchen kann. Dabei sollte man nicht allzu freigiebig mit seinen Daten sein (insbesondere im Internet) und gerade bei möglicherweise nicht ganz seriösen Händlern davon Abstand nehmen, da es sein kann, dass die Daten in falsche Hände gelangen, die dann unberechtigt und wiederholt Geld abbuchen. Die Einfachheit des Verfahrens und die nicht erfolgende Prüfung von Ansprüchen kann es vorkommen, dass auch Lastschriften ausgeführt werden, die nicht zulässig sind. So versuchen Anbieter dubioser Dienstleistungen, oder Abonnements, auf „gut Glück“ einfach einmal von verschiedenen Konten abzubuchen in der Hoffnung, dass dies nicht allen Kontoinhabern auffällt und die eine oder andere Zahlung widerspruchslos durchgeht.

Die Rückgabe von Lastschriften

Im Voraus lässt sich so etwas leider nicht verhindern, grundsätzlich werden Lastschriften erst einmal eingelöst. Die Ausnahme ist natürlich, wenn nicht genügend Deckung auf dem Konto vorhanden ist. In einem solchen Fall platzen nicht nur unberechtigte, sondern auch berechtigte Lastschriften. Der Zahlungsempfänger sieht, dass die Lastschrift nicht eingelöst wurde, sondern zurückgegeben wurde. Dies ist eigentlich immer mit Kosten verbunden. Platzt eine rechtmäßige Lastschrift, sollte man sich daher unverzüglich mit dem Empfänger in Verbindung setzen und das weitere Vorgehen besprechen. Meist ist der Empfänger zufrieden, wenn man unverzüglich den fälligen Betrag überweist, es kann aber auch vorkommen, dass eine Gebühr in Rechnung gestellt wird.

Sieht man jedoch, dass eine Lastschrift vom eigenen Konto eingezogen wurde, hat man die Möglichkeit, die Lastschrift zurückfordern. Ein weit verbreiteter Irrtum besagt, dass man ab dem Belastungszeitpunkt sechs Wochen Zeit hat, der Lastschrift zu widersprechen. Dies ist so jedoch nicht korrekt, es sind sechs Wochen ab dem Rechnungsabschluss nach der Belastungsbuchung (bei nationalen Lastschriften). Die Rückbuchung geschieht valutagleich, so dass man keinen Zinsnachteil erleidet. Grundsätzlich kann man sowohl berechtigten als auch unberechtigten Lastschriften widersprechen, da dies weder geprüft wird, noch man der Bank die Berechtigung nachweisen muss, doch sollte man sehr vorsichtig sein, bevor man dies bei korrekten Lastschriften tut, da einerseits Gebühren auflaufen und andererseits der Gläubiger hiervon wenig begeistert sein dürfte. Versäumt man es, der Lastschrift rechtzeitig zu widersprechen, wird dies als Genehmigung der Belastung gewertet. Hat man keine Einzugsermächtigung erteilt, ist die Frist deutlich länger: In einem solchen Falle bleiben einem, bis zu 13 Monaten Zeit für eine Korrektur. Wenn man jedoch regelmäßig seine Kontoauszüge prüft oder im Online-Banking die Entwicklung auf dem Girokonto im Auge behält (was sowieso sinnvoll ist), kommt man selten dazu, diese Fristen tatsächlich auszureizen.

Pro und Contra der Einzugsermächtigung

Der große Vorteil des Einzugsermächtigungsverfahrens liegt in seiner enormen Einfachheit begründet. Der Zahlungsempfänger kann seine Forderungen unverzüglich abbuchen lassen und muss nicht darauf warten, dass der Zahlungspflichtige überweist. Dies spart erheblich im Debitorenmanagement. Doch auch für den Zahlungspflichtigen ergibt sich der Vorteil, dass er sich nicht um die Zahlung seiner fälligen Rechnungen kümmern muss – der Verkäufer bucht ja ab. Er muss jedoch permanent für die notwendige Deckung auf seinem Konto sorgen, so dass die Lastschrift ausgeführt werden kann. Zwar sind Banken, wenn die Bonität stimmt, meist auch bereit, Lastschriften über Guthaben und Dispo hinaus noch zuzulassen, doch kann man sich darauf nicht verlassen. Die Gefahr des Missbrauches besteht fraglos, so dass man seine Auszüge genau kontrollieren muss und unberechtigten Abbuchungen unverzüglich widersprechen sollte.  Sind die Daten einmal in den falschen Händen bedeutet dies, dass öfters Abbuchungen erfolgen können, die nicht gerechtfertigt sind. In einem solchen Fall hilft nichts anderes, als dem immer wieder zu widersprechen, da man keine Möglichkeit hat, Lastschriften im Voraus zu verhindern. Die einzige Möglichkeit ist dann die Eröffnung eines neuen Kontos, wobei dies mit dem entsprechend großen Aufwand verbunden ist, seine sämtlichen laufenden Zahlungen umzustellen. Dem Zahlungsempfänger ergibt sich nur der Nachteil, dass er bei geplatzten Lastschriften eine Gebühr zahlen muss, wobei er diese bei einer berechtigten Forderung dem Schuldner natürlich in Rechnung stellen kann

Voraussetzungen für die Teilnahme am Lastschriftverfahren

Dieser Absatz richtet sich nur an die, die selbst Forderungen über Lastschriften einziehen wollen, da man als Verbraucher dem Lastschriftverfahren weder zustimmen braucht, noch widersprechen kann, Lastschriften werden grundsätzlich erst einmal ausgeführt. Es kann jedoch nicht jeder einfach so Lastschriften einziehen, hierzu bedarf es einer besonderen Absprache mit der Bank, die dann die Möglichkeit einräumt, Lastschriften einzuziehen.

Kosten

Die Kosten variieren stark zwischen den einzelnen Instituten. Erfolgt eine Abbuchung auf dem eigenen Girokonto ist dies eine normale Transaktion und wird i.A. wie auch eine Überweisung behandelt, sofern für jede Transaktion der gleiche Betrag berechnet wird. Hat man ein kostenloses Girokonto, sind in der Regel Lastschriftabbuchungen kostenlos. Will man selbst über Lastschriften Geld einziehen, muss man in das Preisverzeichnis der Hausbank schauen.

Zusammenfassung

Mit seiner Einfachheit ist das Lastschriftverfahren eine sehr beliebte Zahlungsmethode. Indem man jederzeit widersprechen kann, ergibt sich für den Zahlungspflichtigen auch kein Risiko. Man sollte jedoch nicht zu freigiebig mit seinen Kontodaten sein, die man im Internet bei Wählen des Lastschriftverfahrens zur Bezahlung angeben muss, da es sein kann, dass diese Daten einmal in die falschen Hände gelangen und dann öfters unberechtigte Abbuchungen erfolgen. Die Vorteile des Bezahlens per Lastschrift sind jedoch für Zahlungsempfänger und Schuldner so groß, dass sie die Nachteile und Risiken deutlich überwiegen.

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